Friesenheim kämpft um die entfallenen Zughalte

Der Fahrplanwechsel im regionalen Schienenverkehr auf der Rheintalbahn hat für Friesenheim dazu geführt, dass wichtige Zugverbindungen zu den Hauptverkehrszeiten ersatzlos gestrichen worden sind. Gemeinsam mit Harald Wendle, der stellvertretend für die betroffenen Bürgerinnen und Bürger vertreten war, hat die Gemeinde Friesenheim einen Gesprächstermin mit der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW) wahrgenommen.

Der Fahrplanwechsel hat zunächst dafür gesorgt, dass es insgesamt für Friesenheim mehr Zughalte gibt. Dadurch wurde dem Ziel des Landes Rechnung getragen, dass mindestens eine 1-h-Taktung gewährleistet wird, was eine deutliche Verbesserung im Zugverkehr Baden-Württemberg darstellt.

Der Güterverkehr und der Fernverkehr benutzen die Gleise in Friesenheim mit, auch wenn dort kein Halt besteht. Mit Hilfe eines Zeit-Wege-Diagrammes wird ermittelt, welcher Zug wann und wo mit welcher Geschwindigkeit fahren darf. Dabei haben die Güterzugtrassen Vorrang, da diese europaweit an die Grenzübergänge gebunden sind. Der Fernverkehr und der Nahverkehr werden dann aufeinander abgestimmt, wobei der Fernverkehr vorrangig betrachtet wird bei der Fahrplangestaltung aufgrund der Anschlussanbindungen.

Erschwerend kommt hinzu, dass es ein neues Konzept gibt, was die Regionalexpressabfahrten betrifft: Die Abfahrtszeiten wurden um 30 Minuten gedreht, sodass die Regionalexpresse, die bisher zu jeder vollen Stunde gefahren sind, jetzt zu jeder halben Stunde fahren. Dadurch kann der Fernverkehr besser bedient werden. Für Friesenheim bedeutet das allerdings, dass Züge, die bisher am Bahnhof gehalten haben, weggefallen sind. In Summe gibt es zwar mehr Nahverkehrszüge, für Friesenheim fallen durch die Verschiebungen aber wichtige Verbindungen weg.
Trotz der geänderten Rahmenbedingungen konnte gemeinsam mit der NVBW erreicht werden, dass der 7:11 Uhr Halt in Friesenheim Richtung Offenburg im Fahrplan angemeldet wurde und vielleicht ab Dezember 2020 wieder fahren könnte.

Für Harald Wendle, der die Bahn-Pendler-Initiative ins Leben gerufen hat, wäre diese Korrektur ein „ …erster wichtiger Schritt, um die extreme Benachteiligung von Friesenheim (im Vergleich zu den anderen Gemeinden der Ortenau) wieder zu beseitigen. …“

Darüber hinaus möchte die Gemeinde die weiteren Verbindungen, die gestrichen worden sind, nach und nach wieder zurück erhalten. Dazu gehören folgende Züge in Richtung Offenburg, Abfahrt Lahr: RE17008 um 8:08 Uhr, RB17022 um 16:06 Uhr, RB17122 um 16:40 Uhr und RB 17086 um 17:47 Uhr. Auch die entfallene Halte in Richtung Freiburg sollen wiederhergestellt werden, Abfahrt Offenburg: RE17005 um 7:44 Uhr, RE17007 um 8:35 Uhr, RB17087 um 9:02 Uhr, RE17021 um 17:39 Uhr und RE17025 um 19:35 Uhr.

Bürgermeister Erik Weide ist es ein besonderes Anliegen, die Zughalte in Friesenheim wiederherzustellen: „In den Beteiligungswerkstätten des Gemeindeentwicklungskonzeptes wurde sichtbar, wie wichtig der ÖPNV für Friesenheim ist. Im gemeinsamen Gespräch mit der NVBW konnten wir zum Ausdruck bringen, was die Änderung der Haltepolitik vom Verkehrsministerium für ländlich geprägte Gemeinden wie Friesenheim für maßgebende Nachteile zur Folge hat. Der Zughalt um 7:11 Uhr ist für den Fahrplan ab Dezember angemeldet, mit ein bisschen Glück konnten wir auf diesem Weg bereits einen kleinen Erfolg erzielen. Mein Dank gilt Herrn Wendle für seinen Einsatz und Herrn Focken von der NVBW, der uns tatkräftig bei der Rückgewinnung unserer Zughalte unterstützt.‘‘

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Julia Edel

Wirtschaftsförderung / Pressestelle

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